geographenblick

Und nochmals zur 97%-Zustimmung!

Posted on: 10/01/2011

Woher wissen wir von dem Konsens über Klimawandel? Gelehrte und die Presse sagen uns solches. Und woher wissen die Gelehrten und die Presse das? Bis vor kurzem verwiesen sie auf die Zahl 2500 – die Anzahl der Wissenschaftler, die mit dem IPCC in Verbindung stehen. Diese 2500, glaubten die Gelehrten, standen hinter der Position des IPCC.

(Link: Those 2500, the pundits and the press believed, had endorsed the IPCC position. )

Zu ihrer großen Enttäuschung haben die meisten Gelehrten und die Presse entdeckt, dass man sie missverstanden hatte – sehr viele jener 2500 Wissenschaftler standen nicht hinter den Schlussfolgerungen des IPCC, sondern hatten lediglich das eine oder andere Kapitel der Mammutstudie des IPCC gelesen oder überarbeitet. Noch peinlicher ist, dass viele dieser Wissenschaftler nicht nur mit den Schlussfolgerungen der IPCC-Berichte nicht übereinstimmen, sondern sich teilweise lautstark davon distanzieren.

Das Ergebnis? Die Gelehrsamkeit suchte und fand eine andere Zahl zum Angeben – „97% der Klimawissenschaftler in der Welt“ akzeptieren den Konsens, begannen die Washington Post und andere zu behaupten.

Diese Zahl dürfte für die Gelehrten und die entsprechenden Medien erst recht enttäuschend und peinlich sein. Die Zahl stammt von einer online-Übersicht von 10 257 Geowissenschaftlern aus dem Jahr 2009, die von zwei Forschern der Universität von Illinois durchgeführt wurde. Das Ergebnis der Übersicht muss die Forscher zutiefst enttäuscht haben – am Ende beschlossen sie, die Ansichten einer Untergruppe von nur 77 Wissenschaftlern zu präsentieren, von denen 75 vom anthropogenen Einfluss auf die Klimaänderung überzeugt waren. Das Verhältnis 77 zu 75 erzeugt genau jene Zahl 97%, mit der die Gelehrten jetzt werben.

Die zwei Forscher begannen, die Tausende von Wissenschaftlern von der Befragung auszunehmen, von denen sie annahmen, dass jene höchstwahrscheinlich der Ansicht waren, dass die Sonne oder Planetenbewegungen etwas mit dem Erdklima zu tun haben könnten – und heraus waren die Solarphysiker, Kosmologen, Physiker, Meteorologen und Astronomen. Übrig blieben die 10 257 Wissenschaftler aus den Fachgebieten Geologie, Ozeanographie, Paläontologie und Geochemie, die aus irgendwelchen Gründen davon überzeugt waren, dass es viel einträglicher war, im Konsens zu verbleiben. Die beiden Forscher entschieden sich auch dafür, dass die wissenschaftliche Leistung kein Faktor bei der Auswahl derer sein sollte, die man um eine Antwort bat – ausgewählt wurden sie nach ihrer Arbeitsstelle (eine Akademie oder Regierungsinstitution). Auch eine akademische Qualifikation war kein Kriterium – etwa 1000 von jenen, die ausgesucht wurden, hatte kein PhD, einige nicht einmal ein Masters Diplom.

Um eine hohe Teilnahme unter den Wissenschaftlern der verbliebenen Disziplinen zu erzielen, erarbeiteten die beiden Forscher eine Schnellumfrage, die nur zwei Minuten Bearbeitungszeit beanspruchen würde. Sie wurde online durchgeführt, um den Antwortenden die Mühe zu ersparen, eine Antwort per Post zu schicken. Nichtsdestotrotz hielten die meisten die Umfrage einer Antwort nicht würdig – nur 3146 oder 30,7% beantworteten die folgenden beiden Fragen:

1. Glauben Sie, dass die mittlere globale Temperatur allgemein gestiegen, gesunken oder gleich geblieben ist, verglichen mit dem Stand vor dem Jahr 1800?

2. Glauben Sie, dass menschliche Aktivitäten einen signifikanten Beitrag zur Änderung der globalen mittleren Temperatur leisten?

Diese Fragen waren eigentlich keine Fragen. In meinen Gesprächen mit buchstäblich Hunderten von skeptischen Wissenschaftlern während der letzten paar Jahre fand ich keinen einzigen, der behauptet hat, unser Planet hätte sich seit dem 18. Jahrhundert nicht erwärmt, und fast keinen, der glaubt, dass die Menschen keinen Beitrag in irgendeiner Form zur gegenwärtigen Erwärmung geleistet haben – unabhängig von Kohlendioxidemissionen bezweifelt kaum einer, dass der Bau von Städten und das Roden von Wäldern zugunsten des Ackerbaus das Klima beeinflusst hat. Destilliert man das in eine Zahl, nennen die Skeptiker der globalen Erwärmung einen menschlichen Einfluss von etwa 10 bis 15% auf die Erwärmung; einige Skeptiker schrauben diese Zahl bis 35% hoch. Die Skeptiker bezweifeln lediglich, dass die Menschen eine tragende Rolle bei der Erderwärmung gespielt haben [Hervorhebung vom Übersetzer].

Überraschenderweise glaubten nur 90% der Personen, die die erste Frage beantwortet hatten, dass die Temperatur gestiegen sei – ich hatte eine Zahl näher an 100% erwartet, befand sich doch die Erde in den Jahrhunderten vor 1800 in der Kleinen Eiszeit. Aber vielleicht haben Einige die Frage so interpretiert, als seien die letzten 1000 Jahre gemeint gewesen, als sich die Erde in der Mittelalterlichen Warmphase befand, von der man allgemein glaubt, dass sie höhere Temperaturen aufwies als heute.

Auf die zweite Frage antworteten 82% der Geowissenschaftler, dass menschliche Aktivitäten signifikant zur Erwärmung beigetragen hätten. Hier kommt die Verschwommenheit der Frage ins Spiel. Da die Skeptiker glauben, dass der menschliche Faktor einen Beitrag leistet, spiegelt ihre Antwort als signifikanten Faktor 10%, 15% oder 35%.

In jedem Fall müssen die beiden Forscher befürchtet haben, dass man die 82% alles andere als Konsens nennen würde – fast jeder fünfte machte nicht den Menschen für die globale Erwärmung verantwortlich – und so sahen sie sich nach Möglichkeiten um, diese Prozentzahl nach oben zu schrauben. Sie fanden eine – fast – bei jenen, die kürzlich wissenschaftlich begutachtete Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Klimaänderung veröffentlicht hatten. Aber die Prozentzahl lag immer noch unter der selbst definierten Idealzahl der Forscher. Also machten sie einen weiteren Schnitt und ließen nur noch die Geowissenschaftler zu, die sich selbst als Klimawissenschaftler bezeichnen.

Nachdem all diese Schnitte gemacht worden waren, haben 75 von 77 Wissenschaftlern mit unbekannten Qualifikationen die Orthodoxie der globalen Erwärmung befürwortet. Die beiden Forscher waren nun endlich zufrieden mit ihren Ergebnissen. Sind Sie es auch?

LawrenceSolomon(at)nextcity.com
Lawrence Solomon ist geschäftsführender Direktor von Energy Probe und Autor des Buches The Deniers.

Link: http://sppiblog.org/news/that-97-solution-again#more-3881

Das im Bild gezeigte Büchlein „Climate „Consensus“ Opiate, The 97% Solution kann hier heruntergeladen werden.

Quelle und Dank (!) an EIKE

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