geographenblick

Strategische Entmenschlichung?

Posted on: 09/09/2011

von FwF-sandman erschienen auf freiwilligfrei.de

Panem et Circenses !

Brot und Zirkusspiele, ist einer der berühmtesten Zitate der Antike. Der römische Dichter Juvenal kritisierte damit die römische Bevölkerung, die sich nur noch für die Zirkusspiele zu interessieren schien und die Machenschaften der Herrschenden gar nicht mehr wahrnahm, da sie versorgt und unterhalten wurde.

Harz 4 und Fernsehen würde Juvenal wohl heute schreiben, wenn er unsere moderne Gesellschaft analysierte.

Was ist los mit uns? Hätte Juvenal Recht?

Ich habe in den letzten zwei Tagen lange über eine Unterhaltung mit meinem Freund Michael nachgedacht, der mich auf etwas stieß, was ich vorher noch gar nicht bemerkt hatte. Er fragte mich, wobei die Menschen mehr Mitgefühl empfänden, wenn sie in den Nachrichten gequälte Tiere sehen, oder Bilder aus Afghanistan oder dem Irak.

Ich erinnerte mich Spontan an das Video von Stefan Molyneux, „The Story Of Your Enslavement“, in dem viele Bilder von gequälten Menschen und Tieren gezeigt werden. Die Bilder mit den Tieren sind mir wesentlich deutlicher in Erinnerung geblieben.

Was ist mit mir los? Bin ich etwa abgestumpft, wenn es um Gewalt gegen Menschen geht?

Wenn ich darüber nachdenke, fallen mir sofort die Nachrichten ein. Zeitungsartikel, Saw 1- 5, Kriege, Bomben und Schlachten im Irak und in Afghanistan, die wie Telespiele wirken, weil fast nie Opfer zu sehen sind.

Gequälte Tiere sehe ich selten. Bilder aus Schweinemastbetrieben oder Legebatterien sehe ich nur, wenn ich danach auf youtube suche. Stattdessen zeigt die Werbung mir, dass die Chicken McNuggets immer so sauber aussehen.

Die Gewalt gegen Menschen begleitet uns seit frühster Kindheit, ganz unterschwellig, wie die seichten Wellen an einem schönen Sommertag am Strand. Letztendlich fällt die Sandburg dennoch.

In der Regel wird uns in den Medien ein Bild des Menschen gezeigt, dass nicht besonders ermutigend ist. Ob Oslo-Massaker, Rockerbanden, Schlägereien in U-Bahnstationen oder prügelnde Eltern, die die Nanny brauchen.

=> Wir sind schon eine Brutale Spezies.

System sei Dank gibt es ja Toto und Harry und das Vorstadtrevier das uns zeigt, wer eigentlich aufpasst, dass wir uns nicht gegenseitig aufessen.

Die, die es nicht geschafft haben, sammeln sich mittags bei Britt und ziehen seelisch die Hosen runter. Britt gucken ist wie im Zoo. Fremde Spezies.

=> Sind wir alle so?

Ab und zu werden schreckliche Tiertransporte gezeigt, bei denen arme Viecher ohne Wasser um den halben Erdball kutschiert werden, um zu sterben. Gruselig und kaum auszuhalten, scheiß Menschen, bis zum nächsten Steak.

Wir gehen aber auch fürchterlich mit dem Planeten um. Bald sollen ja auch die zu Wasser geschmolzenen Fluten der schwindenden Eisberge und Gletscher über unseren Köpfen zusammenschlagen.

=> Selbst Schuld, wir hätten grün wählen müssen. Aber sind heute nicht schon alle Parteien grün?

Cui bono? Unserem Retter, dem starken Staat, der für Ordnung sorgt und uns hoffentlich bald ein Mindestmaß an moralischem Verstand einimpft. Wir scheinen alle eine Nanny zu brauchen, die uns Benehmen beibringt.

Dass das nötig sei, erfahren wir schon in der Schule

Tote amerikanische Soldaten sehe ich in den Nachrichten kaum. Bilder von Razzien in verdreckten Drogenhöhlen zeigen häufig kiloweise Kokain, aber nur selten Opfer, stattdessen die Erfolge der Ermittler. Wenn wir Opfer sehen, dann die lebenden Leichen der abhängenden Abhängigen in den Bahnhofhallen, als Folge ihrer Sucht. Emotion? Naja, schon hundertmal gesehen. Warum soll der Mensch sich schuldig fühlen? Warum sollen wir an den von Menschen gemachten Klimawandel glauben? Ist der Krieg gegen den Terror nicht ein Krieg gegen uns selbst?

Wem nützt es?

Ich kenne viele Menschen, die keinen Opi umhauen, keine Tiere quälen und keinen Müll im Wald verklappen. Meine eigene erlebte Realität passt nicht zu den hochfrequenten Grausamkeiten der Nachrichten. Die Leute, die ich kenne, sind in der Regel nett, freundlich und hilfsbereit. Solche Leute machen sich bei Britt aber schlecht und die Auflage der Bild steigern sie auch nicht. Nachrichten, die nur von solchen Leuten handelten, würde niemand sehen wollen.

Vielleicht hat Michael ja Recht und es steckt wirklich eine Strategie dahinter, die Menschen über die Medien an Gewalt gegen Menschen zu gewöhnen. Vielleicht muss der Mensch sich vor sich selbst fürchten, um beschützt und beherrscht werden zu wollen.

Quelle: http://www.freiwilligfrei.info/archives/1280

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